Freitag, 17. März 2017

Water & Air - Laura Kneidl

Nachdem die Erde unbewohnbar geworden ist, wächst die 18-jährige Kenzie in einer Kolonie unter Wasser auf. Todunglücklich mit ihrem Leben dort, ergreift sie eines Tages die Chance, sich als blinder Passagier an Bord eines Frachtschiffes auf zu einer Luftkolonie zu machen – dort angekommen überschlagen sich jedoch die Ereignisse und schon bald gilt Kenzie als Hauptverdächtige in einem Mordfall. Einzig und allein der attraktive Callum, seins Zeichens Beauftragter der Sicherheit, scheint Kenzie zu glauben, doch während die beiden gemeinsam versuchen, ihre Unschuld zu beweisen, eskaliert die gesellschaftliche Lage um sie herum immer weiter, denn mehr und mehr Lebensmittelvorräte verschwinden und schon bald wüten Kämpfe in der Luftkolonie, während der wahre Mörder weiter sein Unwesen treibt…


Das Cover des Buches ist äußerst gelungen, da es mit seinen Blau-und Türkistönen äußerst hübsch anzusehen ist. Der Buchrücken wirkt dagegen leider ein wenig unscheinbar.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und daher wirklich angenehm zu lesen; besonders die Beschreibungen der verschiedenen Kolonien haben mir sehr gut gefallen, da es sich vor allem in der Luftkolonie anfühlte, als sei man wirklich da.

Der Einstieg in den Roman fällt ein wenig schwer, da sich die Geschichte bis zur Ankunft in der Luftkolonie leider wie Kaugummi zieht und man sich noch nicht richtig in die Charaktere einfühlen kann. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn sobald das Schiff die Luftkolonie erreicht, ist damit Schluss: ab da geht es Schlag auf Schlag – nicht nur erkunden wir gemeinsam mit Kenzie eine völlig neue Welt, was uns als Leser gleich eine viel bessere Identifikation mit der Protagonistin erlaubt, sondern es wird auch richtig spannend, weil Kenzie sich vom ersten Augenblick an bedeckt halten und häufig tricksen muss, um nicht aufzufallen. Gerade, wenn man dann denkt, es geht alles gut, wendet sich das Blatt allerdings und so geht es die ganze Zeit über weiter, vor allem, nachdem ein Mord geschieht – ist man erst einmal in der Geschichte drin, möchte man das Buch auch nicht mehr weglegen!

Gegen Ende gibt es allerdings ein paar Wendungen, die man bei genauem Lesen oder wenn man schon viele andere Dystopien kennt, bereits erahnen kann und die den aufmerksamen Leser deshalb nicht mehr allzu sehr zu überraschen vermögen, aber auch sie tun der Hauptstory keinen Abbruch.
Die Charaktere sind im Großen und Ganzen schön ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass selbst der toughe Callum von Ängsten und Zweifeln geplagt wird und keineswegs so gut mit Druck umgehen kann, wie es anfangs scheint – dadurch wirkt er menschlicher und nicht so glatt und perfekt, wie es ansonsten der Fall gewesen wäre. So kann man als Leser gut eine Beziehung zu ihm aufbauen. Kenzies Mut und Entschlossenheit sind bewundernswert, wodurch sie zu einer Vorbildfigur wird – in manchen Situationen wäre es jedoch leichter gewesen, sich mit ihr zu identifizieren, wenn sie ein klein wenig mehr Angst gehabt hätte.

Das Ende des Buches kommt leider ein wenig abrupt, sodass man sich fragt, was wohl aus einigen der Charaktere geworden ist oder in Zukunft wird.

Insgesamt ist Water & Air von Laura Kneidl eine gelungene Jugend-Dystopie, die zwar ein paar Klischees aufgreift, jedoch mit einem super flüssigen Schreibstil und vor allem einer tollen und lebendigen Atmosphäre punktet, aus der man so schnell nicht mehr auftauchen möchte!


Seiten: 480
Originaltitel: -
Autor/in: Laura Kneidl
Verlag: CARLSEN
ISBN: 978-3-551-31544-1
Preis: 12,99 Euro


Sterne: 4/5


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht sowohl an den CARLSEN-Verlag (www.carlsen.de) als auch an Laura Kneidl (www.laura-kneidl.de)! Zum Kauf oder für weitere Infos zum Verlagsprogramm oder zur Autorin besucht doch einfach die angegebenen Websites!

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